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(von Ann-Christin Patzelt)

Die Einladung eines guten Freundes kann man nicht ausschlagenund wenn es sich dabei noch um eine großartige Idee handelt, dann muss man eben Prioritäten setzen, Urlaube umplanen, Fähren umbuchen, einen neuen Flug buchen und los geht es zurück nach Norwegen!!!   Und wir haben es geschafft: ein neuer Rekord wurde aufgestellt in Eikesdalen, Norwegen. Wir sind mit 69 Basern zusammen vom Katthammaren gesprungen, eine internationale Gruppe, und ja, Germany war dabei!  
Wie es dazu kam  
Shane Dunn hatte die Idee/Vision, dass wir einen neuen Weltrekord aufstellen könnten in Eikesdalen. 2010 sind 53 Baser vom Berg gesprungen, aber dieser würde Platz für mehr als 100 bieten.   Somit hat er alle eingeladen zu einem neuen Versuch, einen 100 Big Way aufzustellen.   Diesen wollte Shane gut organisieren und hat sich Unterstützung von Hege Ringard, Espen Fadnes, Hans Holmefjord, Jay Mo und Scotty Bob geholt.   On top hat Shane eine offizielle Registrierung für den Big Way gestartet (mit Kontaktdaten, BASE Gear, Sprunganzahl, Big Way Erfahrung etc.) und unsere Namen auf eine Liste gesetzt und an Guinness World Record Team gesendetzu diesem Zeitpunkt war ich die einzige deutsche Springerin und habe mich zu der spanischen Gruppe einordnen lassen für die Reiseplanung nach Eikesdalen.   Es fand sich dann aber noch ein Engländer aus den Niederlanden, mit dem ich den Mietwagen teilen konnte von Alesund nach Eikesdal - Andrew Toyer. Er war es auch, der die Planung von mir verbessert hat: der Big Way war für den 14.07. geplant, 15.07. als Ausweichtag bei möglichem schlechten Wetter (Norwegian summer). Am 13.07. sollten alle die Möglichkeit haben, vorab den Exit zu springen. Wir sind schon am Mittwoch angereist und bis Montag geblieben, um defintiv einen guten Wettertag zu bekommen. Und ja, wir hatten schlechtes Wetter   ...
Zur Planung des Big Way   Donnerstagabend gab es das erste Briefing zum Big Way, und es wurde voll im einzigen Restaurant in Eikesdalund ich war glücklich 2 weitere deutsche Springer wiederzusehen: Martin Janz und Christiane Dienger.   Neben der Vorstellung der Planungen, des Exits, verschiedener Sprünge vom Katthammaren und Landungen, wurden auch allgemeine Rules festgelegt, wie z.B.:
-       No aerials
-       No ShowOffs
-       Land straight, no rights/lefts on landing approach
-       Keep to the plan
-       Jump for the 99 other people around you, not for yourself

Für den Sprung wurden 4 Gruppen aufgeteilt:
Gruppe 1: Wingsuiter und OnePiece Trackers, Group Lead: Jay Mo;
Diese Gruppe sollte nach links fliegen zum Dorf, der weiteste Flug, aber machbar mit Wingsuit und guter OnePieceTracking Performance. Dort gab es auch die besten Landemöglichkeiten, mehrere große Felder mit Platz für 40 Basejumper. Mit der PF Alpine habe ich diese Gruppe gewählt (wir konnten frei entscheiden in welcher Gruppe wir springen).
Gruppe 2: Crossdressers; Slick, 2piece Trackers; OnePieceTrackers; Group Lead: Shane Dunn;
Hier wurden alle eingeteilt für die linke Hälfte des Bergs mit Landung auf Straßenabschnitten die genau eingeteilt und definiert wurden. Die Gruppe wurde zur Aussies Group mit 21 Aussies (somit Big Way Record für die Australier). Lance Petter hat maßgeblich für die Planung und das Briefing am Boden beigetragen.
Gruppe 3: wie Gruppe 2; Group Lead: Hans; hier wurde die rechte Seite des Bergs bis zur Straße eingeplant. Zu der Planung kann ich ein paar Bilder von Hans zeigen.

Zonen

Details

Gruppe 4: wie Gruppe 1; Group Lead: Scotty Bob;
Hege hat unterstützt (aber glaubte nicht mehr an gutes Wetter am Tag des Big Way und war nicht beim Big Way dabei);
diese Gruppe sollte nach rechts fliegen und dort auf der Straße landen.   Die Straße wurde während des Big Ways gesperrt und es gab mehrere Rettungsboote am Wasser.   Die Planung war eigentlich, dass am Donnerstag jeder einmal vom Katthammaren springen kann, um den Exit und die Landing in Ruhe für sich kennenzulernen. Am Freitag sollten die Gruppen alleine ihren Gruppensprung üben. Am Samstag sollte der Big Way um 15 Uhr stattfinden.   Wie das Wetter in Norwegen aber ist, kam alles anders. Mittwoch schien noch die Sonne, Donnerstagmorgen zog dichter Nebel mit Nordwind aufund dieser blieb bis Samstagnachmittag. Wir hingen also unter dem kalten Nebel fest - auch wenn über diesem die Sonne schien, es gab keine Besserung. Und die Hoffnung auf den Big Way schwand. Trotz allem haben wir uns jeden Tag für Briefings und "Trockenübungen" getroffen, wir sind die Landings abgelaufen, haben sie eingeteilt, haben unsere Flight Lines festgelegt und mehrmals in der Gruppe vom Exit bis zur Öffnung durchgegangen. Auch als gesamte Gruppe mit 100 Basejumpern sind wir am Parkplatz des Restaurants den gesamten Sprung durchgegangen. In unserer Gruppe haben wir die größten WS nach außen gestellt und dann nach Performance aufgeteilt, so dass wir wie ein Domino Effekt vom Berg springen, jeder achtet auf seinen Vordermann/frau und filmt diesen (als wäre es ein 2way WS Sprung).

Der 14.07. kam, ohne dass wir den Sprung vom Berg üben konnten. Aber das Wetter sollte sich bessern, und auch wenn die meisten nicht daran geglaubt haben, dass der Nebel wegzieht und den Berg frei macht, hat es Jay Mo geschafft, die meisten zu überzeugen doch den 3-5 h Hike auf den Berg zu beginnen. 

Wenn man 3-5 h durch dichten Nebel läuft, und zugegeben, in Norwegen sind die Berge steil, Wege sind nicht immer vorhanden, dann wird es für jeden anstrengend. Bei dieser Wanderung sind leider viele umgedreht, auch Martin und Christiane. Ein Bild von Martin am Nachmittag..und man könnte meinen er hätte Recht gehabt mit dem umdrehen:

Nebel

Beim Wandern waren wir ca. 2 h im Nebel und mussten auch dicht zusammenbleiben, selbst die Norweger hatten Probleme die richtige Richtung zu laufen, ohne Wanderweg.     Ab 1000 m Höhe kamen wir aber in die Sonne und es wurde viel angenehmer zu laufen. Insgesamt waren viele demotiviert bei jedem Schritt, da sie dachten sie müssten wieder runterlaufen. Nach 2 Tagen unter Nebel war ich allerdings sehr motiviert, endlich etwas zu tunich war ja nur für diesen Sprung, für Eikesdalen hierher gekommen und so wollte ich defintiv den Exit einmal sehen, die Berge über dem Nebel, die Sonne ;) und ich hatte auch einen kleinen Planda der Sonntag defintiv sonnig sein sollte, wäre ein Sprung 100 % sicher bis Montag. So habe ich mir einen großen Müllsack mitgenommen für mein Stashbag und wollte diesen am Berg in einer Steinnische lassen. Das hatten meine Freunde bereits gemacht, als sie am Donnerstag hochgelaufen sind und der Nebel nicht wegzog. Sie mussten an diesem Tag wieder runterlaufen. Heute, am Tag des Big Ways, konnten sie den kurzen steilen Weg auf der rechten Seite ohne schweres Gepäck laufen. Was mich noch motiviert hat: ein Bergseeebenfalls ein guter Tipp meiner Freunde: sie haben diesen in der Zeit ihres Wartens gefunden und er hat klares, von der Sonne aufgewärmtes Wasser. Als ich oben ankam sind wir mit ein paar Norwegern zuerst in den See gesprungen.

Hiking

Aber Jay Mo sollte Recht behalten: um 4 pm war Treffpunkt am Exit, und wir konnten bereits sehen, dass sich der Nebel lichtet und das Wasser unten zu sehen ist. Vom Flugplatz wurde uns mitgeteilt, dass zwischen 5 - 7 pm die beste Zeit ist und wir eine Lücke bekommen würden. Und tatsächlich, das komplette Tal wurde frei von Nebel und war im Sonnenschein.
Wahnsinn! Mittlerweile waren wir 72 Springer am Exit Katthammaren, leider sind also 28 entweder nicht hochgelaufen oder umgekehrt.   Wir haben unsere 4 Gruppen organisiert, die Gruppenführer hatten Kontakt via Funk mit den anderen Gruppen. Wie unten am Parkplatz geübt haben wir uns in einem Kreis zusammengestellt und geprüft, ob alle "Ready" sind. "Ready" bedeutete, dass wir komplett fertig angezogen plus Kamera AM LAUFEN ist, damit sich keiner mehr damit auseinandersetzen muss, wenn wir am Rand des Kliffs stehen. Nachdem alle 4 Gruppenführer das OK gegeben haben, dass ihre Gruppe "Ready" ist, sind wir an den Rand (des Kliffs) gegangen und haben unsere Position eingenommen. Das Kliff ist wirklich so groß, dass man fast von überall herunterspringen kann. Bei unserer Gruppe konnte sich jeder nebeneinander stellen, also alle Wingsuiter in einer Reihe. Bei anderen Gruppen war die Aufteilung etwas anders, die Springer standen in 3-4 Reihen hintereinander. Dann wurde über die Funkgeräte an die Gruppenführer das GO für das Zählen gegeben: Rückwärts von 10 - 1, dann Start des Sprungs. Wenn 72 Springer neben dir anfangen zu zählen, fängt das Herz an zu klopfen und die Nervosität steigt. Ich wollte einen guten Exit machen um schnell ins fliegen zu kommen, versuchte mich also auf einen Punkt am Horizont zu konzentrieren und war bereit zu springen als ich ein "hold, hold" bei der "5" neben mir hörte nicht ganz am realisieren was das sollte zählte ich noch weiter, bis Jay Mo mich am Arm packte und sagte: Stop!

Für 3 Springer kam das aber leider zu spät und sie sprangen vom Berg.   Alle anderen hatten das Hold noch gehört, zum Glück, sonst wäre das großes Chaos geworden.   Später hat sich Gee Will dafür entschuldigt, anscheinend gab es eine Änderung der Reihenfolge, er musste an einen anderen Absprungpunkt am Kliff und hatte die Booties noch nicht an. Das können wir sicherlich das nächste Mal besser machen.   Am Kliff lief dann das Counting wieder an und diesmal "See ya", guter Push, direkter Start hinter Jay Mo, wir sind alle in der Luft und fliegen zusammen. Das war ein unglaublich schönes Gefühl, und ich hatte mit der Wingsuit auch einen sehr weiten Flug bis über den Campingplatz hinaus, wo ich Jay Mo beim Pullen beobachtete um dann in sicherer Entfernung ebenfalls meinen Fallschirm zu öffnen. Um mich herum waren noch 4 weitere Wingsuiter mit offenen Fallschirmen, aber jeder hatte sein eigenes Feld zum Landen, so viel Platz hatten wir mit unserer Gruppe geschaffen. Die meisten anderen der gesamten Gruppe 1 landeten vor dem Campinplatz, das Feld war aber groß wie eine Landewiese beim skydiven. Wir bekamen bald die Info, dass alle gut gelandet sind.

Exit

Vom Jubeln in der Luft zu Umarmungen am Boden ging dann das große Feiern des 69 Big Ways los!!! Wir waren alle super glücklick diesen Sprung gemeinsam realisiert zu haben und stolz auf den Rekord.

Geschafft!

 
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